La Vita Continua

Konzert mit Esther Bejarano und der Microphone Mafia Esther Bejarano ist eine der letzten Überlebenden, die von der Hölle Auschwitz berichten können, der sie entkommen sind.

Mehr als 100 Zuhörer lauschten am 20.02.2015 im Forum der KGS stumm, während Bejarano berichtete, was ihr und anderen in ihrer Jugend widerfahren war. In Viehwaggons hatte man sie tagelang bis in das Konzentrationslager Auschwitz Birkenau transportiert. Im Lager wurden den Menschen nackt die Haare geschoren, sie erfuhren Demütigungen und wurden ihrer Identität beraubt.

Esther Bejarano wurde im Konzentrationslager mit anderen Frauen in so genannten Blocks untergebracht, ehemalige Pferdeställe, in denen sie auf harten Holzplanken ohne Stroh oder Decken zu schlafen hatten. Als Mitglieder für das Mädchenorchester des Lagers gesucht wurden, hat sich für sie die Chance auf eine Besserung ihrer Lage ergeben. Die gelernte Klavierspielerin meldete sich für die Stelle der Akkordeonspielerin, obwohl sie niemals ein solches Instrument gespielt hatte. Glücklicherweise traf sie im spontan vorgetragenen Schlager: „Du hast Glück bei den Frauen, Mon Ami“ die richtigen Akkorde und wohnte von da an in den Funktionsbaracken, die über richtige Betten verfügten. Dort hatte sie auch die Möglichkeit, an Gegenstände abseits der Sträflingskleidung zu gelangen. Um einen wärmenden Pullover gegen die Kälte für einen ganzen Laib Brot eintauschen zu können, hungerte Bejarano eine Woche lang. Das Orchester musste Märsche spielen, wenn Arbeitskolonnen das Tor passierten und neue Opfer für die Gaskammern herangefahren wurden. Diese hörten in ihren Wagen die fröhliche Musik und dachten somit an nichts schlimmes, erzählte Bejarano -eine große psychische Belastung für das Orchester.

Nach den Nürnberger Rassegesetzen galt Esther Bejarano zu einem Viertel als Arierin und wurde ins Straflager nach Ravensbrück verlegt. Nach einem Monat Kohleförderung wurde sie bei der Firma Siemens angenommen, wo sie zwei Jahre arbeitete. Schließlich konnte sie nach eingehender Prüfung ihrer Abstammung zu einer Arierin erklärt werden, was ihr viele Vorteile wie die Nutzung der Postwege einbrachte. Ende April 1945 ging es schließlich auch für die damals Zwanzigjährige auf einen der Todesmärsche. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen schaffte sie es allerdings, im Wald zu fliehen und wurde schließlich von der Roten Armee gerettet.

Nach ihren Erzählungen holte Esther Bejarano die Jungs von der Microphone Mafia aus Köln zu sich auf die Bühne, eine Kölner Rap-Gruppe, die sich mit ihrer Musik gegen Krieg und für ein Miteinander aller Menschen einsetzt. Gemeinsam mit der musikalischen Esther Bejarano trugen sie ihre Werke vor, darunter das in sieben Sprachen gesungene „La Vita Continua“, aber auch jüdische Volkslieder wie „Auf den Weg steht ein Baum“. Türkisch, Deutsch, kölsch und Co vermischten sich auf der Bühne.

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