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Schneverdinger auf NPD-Landesliste

Am 15. Februar 2009 hat die niedersächsische NPD auf einem zunächst geheim gehaltenen Landesparteitag im Seelze-Dedensen ihre Landesliste für die diesjährige Bundestagswahl aufgestellt.

Das NPD-Blog berichtet:
Auf Platz drei wurde der Anführer der “Snevern Jungs”, Matthias Behrens aus Schneverdingen, gewählt. Er gilt als einer der wichtigsten Kameradschaftsanführer in Niedersachsen: Unter anderem ist er regelmäßiger Teilnehmer des sog. “Stammtisch Nordmark”, einem Treffen von rechtsextremen Kameradschaften, mit dem Kommunikation untereinander verbessert werden soll.

Auch bei einem von Molau [dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der nds. NPD] im August 2007 initiierten Koordinierungstreffen war Behrens anwesend: Nach den Streitigkeiten zwischen der NPD und der Kameradschaftsszene gelang es Molau hier, die “parteifreien Kräfte” aus Norddeutschland für die Vorbereitung des Landtagswahlkampfes ins Parteiboot zu holen. Molau spricht bei Behrens von einer aktiven politischen Arbeit vor Ort, die “das bürgerschaftliche Engagement verkörpert” - offensichtlich will die Partei ähnlich wie in Mecklenburg-Vorpommern mehr auf “die gute Nachbarschaft” als Weg zum Erfolg setzen.

In einem weiterem Beitrag heißt es:
Hinter verschlossenen Türen machte die rechtsextreme Kaderpartei deutlich, dass auch ihre Führungsfiguren auf den Pfad einer Radikalisierung eingeschwenkt sind. Dafür spricht unter anderem die Kandidatur des 37 Jahre alten Matthias Behrens, der sich als Anführer der als besonders gefährlich geltenden Neonazi-Kameradschaft “Snevern Jungs” hervorgetan hat.


Weitere Berichte bei Redok, Recherche Nord und antifa.sfa.
Tags für diesen Artikel: behrens, bericht, npd, snevern jungs, wahlen

Geschrieben von dk in Info-Blog um 21. Februar 2009 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

Bericht: Faßberg vs. Rieger

Bereits im Oktober berichteten verschiedene Medien darüber, dass der einschlägig bekannte Rechtsanwalt und Hamburger NPD-Vorsitzende Jürgen Rieger ein Hotel in Faßberg (Südheide) aufgekauft hätte, möglicherweise um es zu einem NPD-Schulungszentrum umzubauen, wie es z.B. auch in Dörverden und Delmenhorst geplant war.

Die Polit- und Satiresendung »extra3« des NDR hat ihren Moderator Tobias Schlegl nach Faßberg geschickt, der sich im Heidestädchen auf die Suche nach Meinungen zu dem NPD-Immobiliendeal gemacht hat - und erstaunliche Reaktionen zusammentragen konnte:



So schön offensiv und eindeutig kann man also als Kommune mit dem Thema umgehen.

Technischer Hinweis: es gibt (noch) den Bericht auch offiziell auf der NDR-Seite, allerdings mit zuweilen ruckeliger Übertragung.
Tags für diesen Artikel: anderswo, bericht, faßberg, ndr, npd, rieger, tvbericht

Geschrieben von dk in Info-Blog um 09. November 2008 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

Munster: Berichte über den Infoabend

Über den Informationsabend zur rechtsextremen Szene in Munster am vergangenen Montag berichteten umfangreich Heide-Kurier und Böhme-Zeitung (siehe hier, hier, hier, hier und hier).

Aus Schneverdinger Sicht bemerkenswert ist diese Notiz in der Böhme-Zeitung über den erfolgreichen Versuch der Snevern Jungs, einen Journalisten des NDR von der Veranstaltung fern zu halten:

Ausschnitt BZ
Tags für diesen Artikel: bericht, gewalt, munster, pressebericht, snevern jungs

Geschrieben von dk um 11. September 2008 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

»Nazis unter dem Schutz der Gleichgültigkeit«

Die Amadeu Antonio Stiftung schreibt in ihrem September-Newsletter zu den Mordfällen im August und über die Wichtigkeit von bürgerschaftlichen Engagement gegen rechtsradikale Tendenzen:

Die Bilanz dieses Sommers ist furchtbar: Mindestens vier Menschen starben durch die Hand mehr oder weniger gut organisierter Rechtsextremer. Einige weitere wurden schwer bis lebensgefährlich verletzt, darunter übrigens auch ein Kind von 13 Jahren. Erinnern Sie sich an Mügeln im letzten Sommer? Und an das Entsetzen der Medien über den brutalen Charakter dieses rassistischen Angriffs auf acht Inder bei einem Dorffest in Sachsen? Soweit bekannt gab es keine Toten im vergangenen Jahr. In diesem Jahr aber schon. Doch nur der Mord an dem Obdachlosen in Templin wurde durch die Medien angemessen wahrgenommen. Und nur dort fand eine Art Gedenkveranstaltung statt. (...)

"Es gibt eine Nazipräsenz auf den Straßen und in den Köpfen auch ohne NPD"

Vier Tote in einem Sommer. Dass die Gewalt, bereit zu morden, nun diffus wird und man abwägt, ob die unzweifelhaft rechtsextremen Täter wirklich unzweifelhaft rechtsextreme Tatmotive hatten (denn andernfalls wären es ja keine rechtsextremen Taten), mag eine Strategie sein oder einfach nur ein lächerlicher schlichter Versuch der Neonazis, gleichzeitig Furcht zu verbreiten und uns an der Nase herumzuführen. Und dabei zu demonstrieren, dass Gewalt und Wählbarkeit, wie jetzt bei den Kommunalwahlen in Brandenburg, sich keinesfalls ausschließen. Denn jeder weiß es im Grunde: Es gibt eine Nazipräsenz auf den Straßen und in den Köpfen auch ohne NPD oder andere Organisationen, doch es gibt keine NPD ohne das gewalttätige Element der Straße. Und ohne dass die Bevölkerung zustimmt oder duldet. Nun, wir werden sehen, wie die Kommunalwahlen in Brandenburg ausgehen und hoffen, dass die Strategie der Gewöhnung wenigstens vor den demokratischen Institutionen Halt macht. Gelingt dies - und in vielen Kommunen bemühen sich Bürger, die Rechtsextremen nicht in ihre Parlamente einziehen zu lassen - dann ist dies ein großer Erfolg der zivilen Gesellschaft, aber eben nur einer von vielen Schritten hin zu einer Kultur in den Kommunen, die rechtsextreme Gewalt und Dominanz nicht duldet. Gelingt es nicht, muss weiter gegen die Gewöhnung und die Präsenz der Nazis gerungen werden.

Tags für diesen Artikel: anderswo, bericht, gewalt, nazis

Geschrieben von dk in Info-Blog um 03. September 2008 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

taz: »Rechtsextreme schlagen wahllos zu«

Der Deutsche Anwaltsverein meldet: Rechtsextreme greifen zunehmend Deutsche an. Dazu scheibt die taz in der Ausgabe vom 1.9.2008:

Rechtsextreme schlagen wahllos zu

HAMBURG taz Die Anträge an die Stiftung contra Rechtsextremisten und Gewalt des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) belegen es: Rechtsextreme greifen zunehmend Deutsche an. "Das geht aus den Fällen hervor, die an die Stiftung herangetragen werden", sagte Micha Guttmann, Vorsitzender des Kuratoriums der DAV-Stiftung. Im Jahr 2006 waren 21,6 Prozent der Opfer Deutsche. Im laufenden Jahr sind fast 57 Prozent der Opfer rechtsextremer Gewalt Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. 2008 sind bisher 30 Anträge auf anwaltliche Hilfe bei der Stiftung eingegangen, 2007 waren es 35.

Der Anteil der weiblichen Opfer ist von 8,1 Prozent auf 23,3 Prozent gestiegen. "Dass vermehrt Frauen Opfer rechter Gewalt werden, zeugt von einer gestiegenen Hemmungslosigkeit der Rechtsextremisten", hebt Guttmann hervor und betont: An der zunehmenden Gewalt gegen Deutsche zeige sich auch, "dass Rechtsextremisten sich gegen alles richten, was ihrer Ansicht nach ,anders' ist".

Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt beobachten diesen Trend ebenfalls. Claudia Teichmann von der Landesweiten Opferberatung, Beistand und Information in Mecklenburg-Vorpommern (Lobbi) glaubt, dass diese Entwicklung etwas anderes spiegelt: "In manchen Ost-Regionen können Rechtsextreme kaum noch auf Menschen mit dunklerer Hautfarbe treffen." Sie betont zudem: Nur wenn die "Tat besonders brutal" verlaufe oder das "Opfer irgendwie prominent" sei, werde berichtet. "Sind die Opfer ,bloß Jugendliche oder Alternative', fragt kaum noch wer nach", so Teichmann.

"Nichtrechte Jugendliche wie Hiphopper sagen uns ganz offen, dass sie so schnell wie möglich von ihren Wohnorten weg wollen", berichtet auch David Begrich vom Verein Miteinander e.V. in Sachsen-Anhalt. Die DAV-Stiftung stellte fest, "das immer wieder Verfahren wegen rechter Gewalt alleine durch das Engagement von Rechtsanwälten nicht eingestellt, sondern zu einem Abschluss gebracht werden". (Autor: Andreas Speit)
Tags für diesen Artikel: bericht, gewalt, nazis

Geschrieben von dk in Info-Blog um 02. September 2008 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

antifa.sfa: Rückblick auf den Volkslauf

Die antifa.sfa lässt in ihrem Blog den vergangenen Samstag Revue passieren und zieht trotz Kritikpunkten ein eher positives Fazit:

Der Heide-Volkslauf Schneverdingen am 30.8.08 war ein Erfolg. sportlich und antifaschistisch!

Unser jahrelanges Engagement, mit viel Recherche- und Info-arbeit sowie mit vielfältigem Widerstand war die Voraussetzung, dass sich in Schneverdingen der TV-Jahn jetzt gegen die Nazis positioniert hat, dass sich im Februar 2008 das "Bürgerbündnis Schneverdingen ist bunt" gegründet hat und klar Position gegen Nazis bezieht.

Die Kameradschaft "Snevern-Jungs" wird inzwischen nicht nur Norddeutschlandweit antifaschistisch beobachtet, sondern auch von überregionalen Medien quer durch die BRD jounalistisch bearbeitet.
In Schneverdingen und dem Landkreis Soltau-Fallingbostel ist die Bewegungsfreit der SJ enger geworden. Die von ihnen organisierten Landtagswahlkampfstände (SJ stellte 3 MdL-Kandidaten) mußten sie unseretwegen vorzeitig abbrechen, sie wurden vom Supermarktparkplatz verwiesen, bei einer Schuldiskussion zur Landtagswahl ausgepfiffen, beim SPD-Preisskat rausgeworfen usw.
Das war vor einem Jahr noch nicht möglich. Wir waren ziemlich erfolgreich, den Kameraden ihre Verkleidung auszuziehen, so dass "die braune Jauche" heraustrat (Zitat eines Grünen Kreistagsabgeordneten). (...)

Leider wurden wir am 30.8.08 von einigen TV-Jahn-Verantwortlichen wegen unserer verbalen Reaktionen auf einen Nazi-Läufer angemacht. Das ist sicher nicht die normale Haltung des TV-Jahn, aber hier hat der TV Jahn noch zu tun. Die Mitglieder des Bürgerbündnis zeigten gestern große Sympathie für die Antifa-Arbeit von Antifa-Ini und DGB im Landkreis SFA und umzu. Beim Zieleinlauf hielten sie auch eines der Transparente der Antifa-Initiative.


Der restliche Beitrag mit Bildern und Hinweisen zur Teilnahme der Snevern Jungs am Stadtlauf in Hameln findet sich im verlinkten Artikel.
Tags für diesen Artikel: bericht, hameln, snevern jungs, tv jahn, volkslauf

Geschrieben von dk um 31. August 2008 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

Ein erster Bericht vom Heidelauf...

Ein geradezu idyllisches Bild des heutigen Tages liefert das Antifaschistische Recherce Team Rotenburg:
Karussellärm, Budentreiben. Zuckerwattenduft liegt in der Luft. Wo man hinsieht fröhliche Menschen, es wird gelacht und gescherzt. Der diesjährige Heidelauf stand unter dem Motto bunt statt braun. Zitat: „Wir haben mit unserer gewaltfreien Aktion „Gesicht zeigen – bunt statt braun“ beim diesjährigen Volkslauf zum Heideblütenfest erfolgreich zusammen mit dem TV Jahn eine Teilnahme der rechtsextremistischen Kameradschaft „Snevern Jungs“ verhindert. Es zeigt sich, dass bürgerschaftliches Engagement unter dem Motto „Schneverdingen ist bunt“ Wirkungen entfalten kann ”, sagte die Sprecherin des Schneverdinger Bürgerbündnisses.
Und tatsächlich: außer von drei kleinen Nazigestalten war nix von dem braunen Spuk zu sehen. Die Snevern Jungs hatten sich wohl kurzfristig umentschieden und an Läufen in Hameln und Hildesheim* teilgenommen. In Hildesheim* konnten sie in ruhe ihre braune Werbetrommel rühren und mit ihren T-shirts und Bannern auf sich aufmerksam machen. (...) Bleibt abzuwarten wie lange es dauert bis auch dort der Widerstand erwacht.
Eine kleine Korrektur scheint nötig: Gelaufen wurde wohl nur in Hameln, nicht in Hildesheim.

Und sonst? Einige Versuche der Teilnahme von Rechtsextremisten konnten bereits bei der Anmeldung unterbunden werden. Ein »auswärtiger« Mitläufer wurde von Kennern der braunen Szene als mutmaßlicher Neonazi erkannt (ein Dankschön für die Unterstützung!), zunächst beim Start von »Nazis raus!«-Rufen begleitet und beim Zieleinlauf mit noch stärkerer Geräuschkulisse von einem Pulk Jugendlicher (die mit seiner Teilnahme ganz offensichtlich nicht einverstanden waren) mit Transparenten begrüßt und bis ins Ziel verfolgt, allerdings ohne dass es zu Übergriffen kam.

Von unseren Infoständen war zu hören, dass sich viele Gespräche und interessierte Nachfragen ergeben hätten, auf den Pinnwänden wurden »Demokratie-Statements« gesammelt. Die »Schneverdingen ist bunt«-T-Shirts, von denen die letzten heute noch verkauft werden konnten, waren im Stadtbild kaum zu übersehen, auch einige Läufer gingen in ihnen an den Start.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Rechtsextreme mitgelaufen sind, jedoch fanden sie keine Plattform zur positiven Selbstdarstellung: der Laufsport konnte die meiste Zeit des Nachmittags im Vordergrund stehen und gleichzeitig in vielen Formen ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextemisten gesetzt werden.




Tags für diesen Artikel: aktionen, bericht, hameln, snevern jungs, tv jahn, volkslauf

Geschrieben von dk um 31. August 2008 | Kommentar (1) | Trackbacks (0)
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